Wichtige Azure-Änderung: Reserved VM Instances laufen aus – jetzt bis Juli 2026 handeln
Microsoft hat Anfang Mai 2026 eine Änderung angekündigt, die für viele Azure-Kunden relevant werden dürfte: Ab dem 1. Juli 2026 können für bestimmte virtuelle Maschinen in Azure keine neuen Reserved VM Instances mehr gekauft oder verlängert werden.
Das betrifft vor allem Unternehmen, die noch auf ältere VM-Serien setzen und ihre Cloud-Kosten bislang durch Reservierungen planbar und günstig gehalten haben.
Was steckt dahinter?
Reserved VM Instances – kurz RIs – sind für viele Unternehmen ein bewährtes Mittel, um Azure-Kosten zu senken. Wer sich für einen Zeitraum von ein oder drei Jahren auf eine bestimmte VM-Konfiguration festlegt, profitiert im Gegenzug von deutlich günstigeren Preisen im Vergleich zum regulären Pay-as-you-go-Modell.
Genau dieses Modell wird Microsoft nun für einige ältere VM-Serien einschränken. Der Hintergrund ist klar: Der Fokus soll stärker auf aktuelle VM-Generationen und flexiblere Preismodelle gelegt werden.
Welche VM-Serien sind betroffen?
Ab dem 1. Juli 2026 sind für folgende Serien keine neuen 1-Jahres-Reservierungen mehr möglich:
Av2, Amv2, Bv1
D, Ds, Dv2, Dsv2
F, Fs, Fsv2
G, Gs
Ls, Lsv2
Für die folgenden Serien entfallen sowohl 1‑Jahres- als auch 3‑Jahres-Reservierungen:
Dv3, Dsv3
Ev3, Esv3
Wichtig ist dabei: Bestehende Reservierungen bleiben gültig. Wer also bereits eine Reserved Instance für eine betroffene VM-Serie abgeschlossen hat, behält den vereinbarten Preisvorteil bis zum Ende der Laufzeit.
Wo liegt das eigentliche Risiko?
Das Problem entsteht nicht sofort, sondern erst dann, wenn eine bestehende Reservierung ausläuft. Denn ab diesem Zeitpunkt gibt es für die betroffenen VM-Serien keine Verlängerung mehr. Die betroffenen Workloads laufen zwar ganz normal weiter – aber eben zum regulären Pay-as-you-go-Preis.
Und genau das kann teuer werden: Unternehmen verlieren damit ihre bisherigen Einsparungen und müssen je nach Szenario mit deutlich höheren laufenden Kosten rechnen. Auch ein automatisches Renewal hilft in diesem Fall nicht weiter, weil die Verlängerung für diese Serien schlicht nicht mehr angeboten wird.
Warum Unternehmen jetzt aktiv werden sollten.
Für viele IT- und Cloud-Verantwortliche ist das kein Thema, das man bis kurz vor Fristende aufschieben sollte. Wer betroffen ist, sollte sich frühzeitig einen Überblick verschaffen:
Welche VM-Serien sind aktuell im Einsatz?
Welche Reserved Instances laufen bis wann?
Welche Systeme würden nach Ablauf automatisch in teurere PAYG-Kosten rutschen?
Gerade in gewachsenen Azure-Umgebungen schlummern solche Kostenrisiken oft länger unbemerkt im Bestand.
Welche Optionen gibt es?
Wer von der Änderung betroffen ist, hat im Wesentlichen zwei sinnvolle Wege:
1. Wechsel auf einen Azure Savings Plan
Der Azure Savings Plan kann eine gute Alternative sein, wenn mehr Flexibilität gefragt ist. Anders als klassische Reserved Instances ist er nicht so stark an eine bestimmte VM-Serie gebunden und eignet sich deshalb besonders für dynamische oder wechselnde Umgebungen.
2. Umstieg auf neuere VM-Generationen
In vielen Fällen lohnt sich auch der Blick auf modernere Azure-VMs. Diese bieten oft nicht nur bessere Leistungswerte, sondern lassen sich auch weiterhin über Reservierungen oder andere Einsparmodelle wirtschaftlich betreiben.
Fazit
Die Änderung bei den Azure Reserved VM Instances klingt zunächst nach einem Detail im Preismodell – hat in der Praxis aber spürbare Auswirkungen auf die Kostenplanung.